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VegMed 2014 – ein Rückblick

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Am 29. November wurde vegetarische und vegane Ernährung wieder wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Und ich war zum ersten Mal am vergangenen Samstag mit dabei. Im Henry Ford Bau in Berlin-Dahlem ging es um 10:00 Uhr los: Vorträge, Workshops und Diskussionen – alles zu Thema fleischlos essen bei der VegMed 2014.

Sehr interessant fand ich den Vortrag zum Thema Algen, die ich in Zukunft verstärkt, und nicht nur im Salz und als Sushi, zu mir nehmen werde. Es gab sogar Nori, eine Rotalge, zur Verkostung, die im Übrigen die für den Menschen wertvollste Alge sein soll. Über die Frage, ob Algen verwendbares Vitamin B12 liefern, wurde erneut gestritten. Rotalgen stecken jedoch voller Proteine und weisen den besseren Nährstoffgehalt auf als andere Algensorten. Auch Algenöl werde ich mal probieren. Eine Empfehlung des Redners Gerhard Jahreis war Echiumöl, das aus den Samen der Familie der Raublattgewächse gewonnen wird, und Leinöl in Kombination mit Algenöl. Fazit: Algen enthalten alle Nährstoffe, die beim Veganer kritisch sind!

Im Vorraum wurde unterdessen veganer Kuchen serviert, für den das Liebmann Catering zuständig war. Es gab Kaffee, Tee und Wasser, alles im Eintrittspreis enthalten, Mittagsbuffet und abends Suppe. Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut organisiert und das Essen exzellent.

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Weiter ging es mit Markus Keller, der die aktuelle Studienlage zu veganer Ernährung vortrug. Die älteste stammt von 1966. Inzwischen gibt es 159 Studien, die sich vor allem mit den Zusammenhängen von Ernährung und Krankheitsrisiko beschäftigen. Interessant: Nüsse bewirken die höchste Risikoreduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Fazit: Vegan ist eine „Ernährungsumstellung“, bei der mehr Menschen bleiben als bei anderen Ernährungsformen. Und: Veganer setzen die Empfehlungen der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) besser um, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das ist spannend, denn die DGE stuft die vegane Ernährung als nicht empfehlenswert ein.

Insgesamt liefert vegane Kost mehr Antioxidantien, Folat, Magnesium, Sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe, Omega-6-Fettsäuren und Eisen3+. Dafür enthählt sie weniger Gesamtfett (gesättigte Fettsäuren und Cholesterin), Protein, Kalzium, Zink, Eisen2+, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B2 und Vitamin B12. Das sagen wie gesagt Studien. Risikogruppen sind noch unerforscht und andere Studien zum Teil sehr alt. Fazit hier: Vegan ist nicht gleich vegan! Denn eine vegane Ernährung kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Sehr informativ war auch ein Vortrag zur Arbeit der Vegeterra Stiftung, die vegetarische und vegane Projekte fördert. Daneben gibt es nur noch die Eden-Stiftung. Wenn ihr also innovativ seid, könnt ihr hier vielleicht Unterstützung bekommen!

DSC_2243Zeit zum Essen. Hier das Mittags-Buffet: Blumenkohl-Aubergine-Curry mit Zitronengras, Koriander und Basmatireis, Ofenkürbis mariniert mit Avocadocreme, Paprika-Süßkartoffel-Ragout und Cous-Cous mit Mandeln und Rosinen, und als Dessert Panna Cotta mit Pflaumen.

Leider konnte ich nicht alle Veranstaltungen besuchen. Was ich sonst noch mitgenommen habe: Es gibt immer mehr soziale Organisationen, die sich für Tierrechte einsetzen. Pflanzenmilch wird mit 19 % Mehrwertsteuer belegt, während auf Kuhmilch nur 7 % fallen. Der Preis von Planzenmilch ist inzwischen jedoch von früher über zwei Euro auf heute unter 90 Cent gefallen. Das Argument, vegan sei teuer, zieht also nur noch bedingt. Eine vierköpfige Familie kann bei der Verwendung von pflanzlichem „Hackfleisch“ sogar etwa 140 Euro im Jahr einsparen. Bei einer Studie zu Wertesystemen kam heraus: Vegetariern und Veganer sind offener, sozial verträglicher und körperlich gesünder als Omnivore. Nichts also mit dem Außenseiter, der gerne moralische Vorträge hält.

Erschüttert hat mich auch der Vortrag von Dr. Eva Kristina Bee über Tierversuche und das Engagement der Ärzte gegen Tierversuche. Von Seiten der Regierung muss sich viel tun, denn viele Tierversuche werden gesetzlich gefordert und gerne auch bezuschusst. Doch nur ein verschwindend geringer Teil bringt tatsächlich Ergebnisse. Fazit: Tierversuche sind traditionell verankert und schwer abzuschaffen. Und Tierversuche werden in Deutschland nicht weniger sondern stetig mehr. Im Jahr 2013 waren es 3 Millionen Tiere, die sterben mussten. Das darf nicht sein!

Die VegMed ist Europas größter Wissenschaftskongress zu vegetarischer Ernährung und fand bereits zum dritten Mal statt. Die Anzahl der Referenten hat sich zum Vorjahr verdoppelt, auch internationale Redner waren dabei. Die 500 Teilnehmen waren so wie ich sehr begeistert und haben sicher viel mitnehmen können.

www.vegmed.de

 

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